Qualitative Forschung – Methoden für die Abschlussarbeit

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Um Antworten für deine Forschungsfrage bei deiner Abschlussarbeit zu finden, steht dir wahrscheinlich sehr viel Literatur zur Verfügung. Eventuell versuchst du dich aber auch an diesen zwei Ansätzen: der qualitativen oder der quantitativen Forschung. 

Die qualitative Forschung arbeitet meist mit Fragestellungen, du kannst Einzelfälle sehr ausführlich untersuchen und interpretativ auszuwerten. Bei der quantitativen Forschung werden gerne geschlossene oder Multiple-Choice-Fragen verwendet, so dass viele Ergebnisse zur statistischen Auswertung gesammelt werden können. 


Qualitative Forschungsmethoden im Überblick

Das Ziel der qualitativen Forschung liegt darin, ein Thema zur Untersuchung detailliert zu erfassen.  Dafür benötigst du nicht viele Teilnehmende an deiner Forschung, sondern gewinnst deine wertvollen Schlüsse aus den umfangreichen Ergebnissen. Zu den qualitativen Forschungsmethoden zählen: Du befragst einen Experten zu einem ausgewählten Thema, z.B. dem deiner Masterarbeit. Dein Interviewpartner unterstützt dich mit seinen Antworten bei deiner Forschungsfrage. 
  • qualitative Inhaltsanalyse
Damit bearbeitest du systematisch zusammengestelltes Material, um die Forschungsfrage deiner wissenschaftlichen Arbeit zu beantworten. Dafür kannst du nicht nur Texte, sondern auch Musik oder Bilder analysieren. 
  • Fallstudie
Du beleuchtest einen Fall aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Dabei kann es sich beispielsweise um eine Organisation, eine Person, ein Ort oder ein Ereignis handeln und sollte neue Sichtweisen auf dein Forschungsthema eröffnen. 
  • Gruppendiskussion 
Um theoretische Ansätze zu untermauern oder zu widerlegen, können Gruppendiskussionen durchgeführt werden. Sie dienen der Erhebung von Gruppenmeinungen, Gruppendynamiken oder kollektiven Erfahrungen. 


Planung und Vorgehen bei einer qualitativen Forschung

Die qualitative Forschung beansprucht für sich, sich sehr nahe an die Lebenswirklichkeit der untersuchten Personen zu befinden. Im entsprechenden Forschungsfeld orientiert sich diese Methode am Alltagsgeschehen und dem Alltagswissen der Handelnden. Dabei wird die theoretische Strukturierung als Gegenstand der Untersuchung in den Hintergrund gedrängt und die Festsetzung der Relevanz der Untersuchten in den Mittelpunkt gestellt. Die Befragten können völlig frei und losgelöst ihre Deutungsmuster entfalten.

Gestaltung
Zuerst liegt die Forschungsfrage zugrunde, zum Beispiel ob bereits theoretische Vorannahmen vorliegen oder wie relevant deine Fragestellung ist. Danach ermittelst du den aktuellen Forschungsstand, definierst deine Zielsetzung und mit welcher Forschungsmethode du arbeiten möchtest. 

Datenerhebung
Wähle dir ein geeignetes Erhebungsverfahren aus, z.B. ein offenes oder strukturiertes Interview, ein problemzentriertes oder narratives Interview, eine teilnehmende oder nicht teilnehmende Beobachtung, eine Gruppendiskussion oder Dokumentenanalyse. Danach bereitest du die entsprechende Kontaktaufnahme zu deiner Gruppe vor und motivierst deine Gruppe zur Teilnahme an deiner Studie, selbstverständlich unter Berücksichtigung des Datenschutzes. 

Auswertung und Datenanalyse
Du suchst dir eine geeignete Methode zur Auswertung aus, wie zum Beispiel eine Inhaltsanalyse oder die Grounded-Theory-Methodologie*. Benötigst du die Unterstützung eines Computers? Welche Strategie für den jeweiligen Fall ist sinnvoll? 

Beachte: *Es handelt sich dabei um einen Forschungsstil der qualitativen Sozialforschung, der eine pragmatische Handlungstheorie mit bestimmten Verfahrensvorgaben kombiniert. 

Zusammenfassung
Überlege dir wie aussagekräftig deine Ergebnisse sind, welche Gütekriterien du berücksichtigst und in welcher Form du deine Ergebnisse präsentieren möchtest. 


Beispiele der qualitativen Forschung

Bei qualitativen Arbeiten stellen Einzelfälle oder geringe Fallzahlen von Untersuchungspartnern die Basis der Forschung dar. Dabei liegt die Orientierung am Alltagsgeschehen, Alltagswissen und der Offenheit der Untersuchten. Sehe den Untersuchten als Fremden, sei deshalb flexibel und passe deine Methoden eventuell den Erfordernissen der Situation an. 

Es besteht keine klar definierte Abfolge von Forschungsschritten, sondern die Phasen der Datenerhebung und -auswertung können sich abwechseln. Das Experteninterview wird sehr häufig als qualitative Forschungsmethode angewandt. Die Befragten sind ausgesuchte Experten, die dir vielfältige Informationen zu einem bestimmten Thema liefern. 

Beispiel
Du verfügst über fünf Interviewpartner und stellst folgende Forschungsfrage: 
„Inwieweit hat sich aufgrund sozialer Medien der Alltag eines Redakteurs in einem Radiosender verändert?“

Du möchtest neue Erkenntnisse gewinnen und den Berufsalltag bestimmter Redakteure kennenlernen und verstehen. Dafür verwendest du offene Fragen ohne standardisierte Vorgaben. Zur Auswertung würde sich ein interpretatives Verfahren anhand einer Kodierung anbieten. 


Vorteile der qualitativen Forschung

Die qualitative Forschung gewährleistet eine transparente und praxisnahe Erhebung von Daten. Diese Methode hantiert nicht nur mit Zahlen, sondern zum Forschungsgegenstand werden Meinungen der Menschen, Hintergründe zu Entscheidungen, Verhaltensweisen, Beobachtungen oder Motive aufgedeckt. Die Befragten können ihre objektive Sicht schildern, wobei sie nicht durch vorgefertigte Antwortmöglichkeiten beeinflusst werden. Möglicherweise liefern die Teilnehmer Fakten oder Aspekte, die du so noch gar nicht gesehen hast. Wenn du die qualitative Forschung zusammen mit der quantitativen nutzt, können deine Studien mit eingehenden Analysen und aussagekräftigen Resultaten durchgeführt werden. 


FAQ

Bei der Anwendung der qualitativen Forschungsmethode erstellst du eine Auswahl detaillierter und ausführlicher Informationen, die du später interpretativ auswertest. Du solltest offene Fragen stellen und nicht standardisiert Messen. Die gesamte Vorgehensweise endet in der Entwicklung neuer Theorien. Experteninterviews oder Gruppendiskussionen stellen typische Beispiele für eine qualitative Forschung dar.

Wenn du die quantitative Forschung anwendest, sammelst du möglichst viele Informationen zu deinem Thema. Anschließend wertest du sie mit Hilfe von Zahlen und Fakten aus. Dabei überprüfst du bereits bestehende Theorien und gehst dabei deduktiv vor. Das heißt, dass du zwar keine neuen Erkenntnisse gewinnst, aber du bestätigst oder entkräftest eine bereits bestehende Theorie oder Hypothese. Als Beispiele für die quantitative Forschung gilt die Umfrage oder die Beobachtung.
Es gibt zahlreiche qualitative Forschungsmethoden, wobei am häufigsten das Interview, die Gruppendiskussion oder eine (teilnehmende) Beobachtung verwendet wird. Allerdings hast du weitere Möglichkeiten, wie z.B. eine qualitative Inhaltsanalyse, ein qualitatives Experiment oder eine Einzelfallstudie.
Laut Definition ist unter einer qualitativen Sozialforschung in den Sozialwissenschaften die Erhebung nicht standardisierter Daten und deren Auswertung zu verstehen. Für zum Beispiel das durchgeführte Experiment werden dabei sehr oft interpretative und hermeneutische Methoden als Analysemittel verwendet. Bei der hermeneutischen Methode kann immer wieder zwischen der Betrachtung von Einzelaspekten und dem großen Ganzen gewechselt werden.
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Carsten Meissner
Noch in der Schule hatte Carsten Interesse an der Verfassung von interessanten Geschichten und wollte das Schreiben zum Beruf machen. Darum hat er die Fachrichtung Journalismus & Journalistik gewählt. Nebenberuflich versucht er auf unserem Blog mit verständlichen Erklärungen zu komplizierten Lernmaterialien, Studenten bei ihrem Studienabschluss zu unterstützen.