Empirische Forschung für die wissenschaftliche Arbeit - Definition, Methoden und Beispiele

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Mit dem Begriff empirische Forschung lässt sich deine eigene Forschung beschreiben, aus der sich neue Erkenntnisse gewinnen lassen. Du kannst zwischen zwei Möglichkeiten auswählen, um empirisch zu forschen: 
  1. Qualitative Forschung
  2. Quantitative Forschung

Die empirische Forschung stellt das praxisorientierte Gegenstück zu einer Literaturarbeit dar. Bei einem empirischen Vorgehen bist du in der Lage, aktuelle und neue Aussagen über die Realität zu treffen. Dabei kannst du dich für deine Masterarbeit oder eine andere Abschlussarbeit den üblichen Methoden bedienen wie Experimente, Umfragen, Beobachtungen oder Interviews mit Experten. 

Das Wort „Empirie“ steht für Erkenntnisse, die man aus wissenschaftlicher Erfahrung gewinnen kann. Zu Beginn einer empirischen Forschung steht die Forschungsfrage, die du mit Hilfe der Anwendung deiner empirischen Forschungsmethode und dem systematischen Sammeln von Daten beantworten solltest. Später kannst du deine Aussagen und Hypothesen in deiner Abschlussarbeit durch die Auswertung deiner gesammelten Daten einwandfrei und objektiv bestätigen. In diesem Fall spricht man von einer „empirischen Belegung“. 


Methoden der Empirie

Wie bereits beschrieben, kannst du die üblichen Methoden für eine empirische Abschlussarbeit anwenden wie Experimente oder Umfragen. Wenn du dich beispielsweise für Befragungen entscheidest, stehen dir verschiedene Formen zur Verfügung. Wie wäre es mit einem narrativen Interview, einer qualitativen Methodik der Sozialforschung? Es gibt nicht das gewohnte Frage-Antwort-Spiel, sondern der Interviewte erzählt aus seinem Leben oder äußert sich umfassend zu historischen Ereignissen. Alternativ kannst du ein Interview mit Experten, eine Analyse der Konversation oder eine Diskussion der Gruppe anwenden. 


Qualitative Forschung

Bei einer qualitativen Forschung möchtest du nicht nur irgendeine bestimmte Datenerhebung durchführen. Vielmehr verfolgst du das Ziel, eine möglichst unterschiedliche Datenmenge zu generieren, die du interpretativ auswerten kannst. Zu den qualitativen empirischen Forschungsmethoden zählen: 
Beispiel: Forschungsfrage
Beobachtung: Wie verhalten sich Gymnasialschüler, wenn sie eine neue Lehrperson zugeteilt bekommen? 
Forschungsmethode: Beobachtungen im Klassenzimmer

Beispiel: Forschungsfrage
Gruppendiskussion: Wie nutzen die Studenten der TH Darmstadt das Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel?
Forschungsmethode: Diskussion mit verschiedenen Studenten 


Quantitative Forschung

Eine quantitative Forschung solltest du verwenden, wenn du möglichst viele numerische Daten erhalten möchtest, die du im nächsten Schritt statistisch auswertest. Mögliche Methoden für eine quantitative empirische Forschung sind: 
  • Umfragen, in erster Linie online
  • strukturiertes Interview
  • Experiment
  • Quantitative Inhaltsanalyse
  • Quantitative Beobachtung

Beispiel: Forschungsfrage
Befragung: Wie wichtig ist die Nutzung sozialer Medien in der Bibliothek?
Forschungsmethode: Umfrage unter den Besuchern mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens.

Beispiel: Forschungsfrage 
Inhaltsanalyse: Wie berichten überregionale schweizerische Tageszeitungen über die deutsche Fußball-Bundesliga?
Forschungsmethode: Standardisierte Analyse des Inhalts ausgewählter Tageszeitungen. 


Durchführung der empirischen Forschung

  • Zweck der Forschung definieren
Wenn du empirisch vorgehen möchtest, ist die klare Formulierung deiner Forschungsfrage eminent wichtig. Du solltest dir bereits im Vorfeld darüber im Klaren sein, welche Aspekte du gern untersuchen möchtest. Bereits bei der Fragestellung sollte eine Eingrenzung erfolgen, so dass du dir deren Beantwortung in Ruhe überlegen kannst. 

Beispiel: Forschungsfrage definieren – „Inwieweit hat sich durch soziale Medien der Arbeitsalltag eines Redaktionsmitglieds in einem Fernsehsender verändert?“ 
  • Theorie für den Rahmen festlegen
Du musst eine sorgfältige Recherche der einschlägigen Literatur durchführen. Dadurch lassen sich Studien zu einem ähnlichen Thema und Theorien zur Unterstützung deines Forschungsinteresses finden. 

Beispiel:  Du möchtest den theoretischen Rahmen festlegen und findest einen passenden Artikel. Inhaltlich wird eine Umfrage zu einem artverwandten Thema besprochen, allerdings nur bei den Mitarbeitern einer Tageszeitung. Können hier relevante Ergebnisse, Theorien und Vorgehensweisen übernommen werden? Wie aussagekräftig ist das insgesamt? 
  • Methodik auswählen
Du alleine entscheidest darüber, mit welchen der unterschiedlichen empirischen Forschungsmethoden für deine Abschlussarbeit sich die besten Ergebnisse erzielen lassen. Spätestens wenn du für dich die Art der Methodik gefunden hast, kannst du festlegen, ob du deine Forschungsergebnisse quantitativ oder qualitativ auswerten möchtest.

Beispiel: Du wählst das Verfahren des Experteninterviews, weil du die Ergebnisse qualitativ auswerten willst. Mit dem Wissen aus zuvor aufgespürten Studien kannst du einen Interviewleitfaden erstellen. 
  • Daten erheben
Hier beginnt deine empirische Arbeit, indem du zur Erhebung der Daten alle relevanten empirischen Daten sammelst und damit deine Forschungsfrage beantwortest. Zu solltest darauf achten, dass deine Forschung allen Gütekriterien genügt. Außerdem müssen bei einer quantitativen Forschung deine Ergebnisse eine solide Validität, Reliabilität und eine möglichst große Objektivität aufweisen. Wenn du die Aufgabe mit Hilfe einer qualitativen Forschung angegangen bist, dürfen selbstverständlich Gütekriterien wie Transparenz, Reichweite und Intersubjektivität nicht fehlen. 

Beispiel: Zur empirischen Datenerhebung triffst du dich mit den Redaktionsmitgliedern eines Fernsehsenders, befragst sie anhand deines erstellten Interviewleitfadens und zeichnest die Gespräche zur späteren Kontrolle, Verwendung und Zusammenfassung auf. Vielleicht ergibt sich eine interessante, zunächst nicht wahrgenommene Entwicklung? 
  • Datenanalyse und Ergebnis 
In der letzten Phase wertest du deine Sammlung der erhobenen Daten aus und analysierst sie. Welche Rückschlüsse kannst du nun ziehen? 

Beispiel: Im Rahmen der Datenanalyse transkribierst du deine Experteninterviews und wertest sie aus. Zu empfehlen sind eine Untersuchung und Auswertung anhand der sogenannten Grounded-Theory-Methode, mit der du aufgrund der Analyse von Interviews, Beobachtungen und anderen empirischen Daten eine neue Theorie formulieren kannst. Vielleicht entwickelst du dein eigenes theoretisches Modell, das das Forschungsthema beschreibt? Letztendlich findest du heraus, dass die sozialen Medien schon einen erheblichen Einfluss auf die Menschen im Alltag in der Redaktion ausüben. 


Vorteile der empirischen Forschung

Du kannst durchaus neue und interessante Erkenntnisse gewinnen.

yes Deine betriebene Forschung bezieht sich konkret auf die Praxis.
yes Du musst dich nicht von bestehender Literatur abhängig machen, sondern dir helfen deine eigenen, aktuellen Ergebnisse.


Nachteile der empirischen Forschung

Es kann ein Problem sein, dass du oft von der Zusammenarbeit der Teilnehmenden abhängig bist, zum Beispiel bei deinen Fragen im Interview oder allgemeinen Umfragen.

no Für eine empirische Arbeit musst du einen sehr hohen Arbeits- und Planungsaufwand betreiben.
no Meist werden empirische Untersuchungen in einem künstlichen Umfeld erhoben, so dass sich die Ergebnisse nur bedingt auf die Realität anwenden lassen.


FAQ

Eine empirische Forschung liegt immer dann vor, wenn du in deiner wissenschaftlichen Arbeit eigene Forschung betreibst. Du beantwortest deine Forschungsfrage, indem du mit einer empirischen Forschungsmethode systematisch Daten gewinnst, die du im Anschluss auswertest. Die empirische Forschung bildet das Gegenstück zur Literaturarbeit.
Generell gibt es die quantitative und qualitative empirische Forschungsmethode. Zu den quantitativen empirischen Forschungsmethoden zählen: 
  • Umfrage
  • Experiment
  • Quantitative Inhaltsanalyse
Zu den qualitativen empirischen Forschungsmethoden gehören:
Du musst natürlich für deine Abschlussarbeit Daten erheben, eine Datenanalyse durchführen und die Informationen bestätigen. In diesem Fall sind deine Aussagen und Hypothesen empirisch belegt.
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Rebecca Kremer
Von Beruf ist Becci Übersetzerin für Englisch und Französisch mit langjähriger Erfahrung im schriftlichen als auch im mündlichen Bereich. Als Ausgleich zur Arbeit schreibt sie gerne Artikel an unserem Blog und teilt ihre Kenntnisse aus dem Studium mit Studierenden.