Hausarbeit richtig schreiben

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Eine Hausarbeit für die Universität anzufertigen, ist wahrlich kein Hexenwerk. Auch wenn es sich zunächst einmal nach intensiver Recherche und einer Menge Arbeit einhört: Es kann enorm Spaß machen, sich wissenschaftlich intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen. Wer sich richtig vorbereitet und thematisch auf dem Punkt ladet, bekommt am Ende eine Arbeit mit validen wissenschaftlichen Ergebnissen. Dieser Beitrag verrät dir alles, was du benötigst und beachten solltest, um eine sehr gute Hausarbeit anzufertigen.


Hausarbeit schreiben – das ist die richtige Vorgehensweise

Früher oder später kommt (fast) jeder Student an dem Punkt, während der vorlesungsfreien Zeit eine Hausarbeit anfertigen zu müssen. Vielen graut es bei dieser Vorstellung, da diese Textform während der Schulzeit beispielsweise gar nicht behandelt wurde. Hinzu kommt häufig die Sorge, gängige wissenschaftliche Anforderungen wie etwa richtiges Zitieren nicht korrekt umzusetzen. Aber keine Angst: Eine Hausarbeit zu schreiben lässt sich lernen. Für den Anfang brauchst du allerdings einen sorgfältig ausgearbeiteten Plan – eine Struktur, an der du dich orientieren kannst.


Vorbereitung ist alles

Wer meistens Klausuren schreibt, kennt das Prozedere: Binnen kurzer Zeit ist Unmengen an Stoff auswendig zu lernen. Bei einer wissenschaftlichen Hausarbeit bedarf es wiederum einer vollkommen anderen Herangehensweise. Eine problemorientierte Auseinandersetzung mit einem bestimmten Thema ist gefragt. Hierfür solltest du dich zunächst mit gängigen Literaturverzeichnissen und wissenschaftlichen Standards vertraut machen. Lies dir dafür einen Leitfaden zum wissenschaftlichen Arbeiten aufmerksam durch.


Zeitplan erstellen

Bei einer Hausarbeit gilt: Gut organisiert zu sein, ist mitunter bereits die halbe Miete. Schließlich ist der Zeitraum, der zum Schreiben der Arbeit bleibt, oftmals auf wenige Wochen begrenzt. Umso wichtiger ist es daher, einen Zeitplan aufzustellen und die vorhandenen Ressourcen gut zu organisieren.


Forschungsfrage entwickeln und Thema finden

Im Anschluss geht es für dich darum, eine für dich sinnvolle und interessante Forschungsfrage zu entwickeln. Sollte dir auf Anhieb keine Idee kommen, dann nutze die thematischen Schwerpunkte deines Seminars. Du solltest dir hierbei gut überlegen, was du mit deiner Arbeit erreichen möchtest. Sollen theoretische Aspekte im Vordergrund stehen oder möchtest du beispielsweise eine empirisch orientierte Abhandlung verfassen? Sei hierbei ruhig mutig und konzentriere dich beispielsweise auf ein ganz spezielles Randthema, anstelle eine allzu oberflächliche Arbeit abzuliefern.


Mit der Literaturrecherche beginnen

Im nächsten Schritt steht eine detaillierte Literaturrecherche an. Finde heraus, wie der aktuelle Forschungsstand zu deinem bevorzugten Thema ist. Gibt es dazu bereits Aufsätze oder in einem Sammelband veröffentlichte Beiträge? Wird das Thema eventuell bereits kontrovers diskutiert? Nachdem du geeignete Primär- und Sekundärquellen herausgefiltert hast, kannst du das Thema unter Einbezug der Literatur eingrenzen. Neben den Bibliothekskatalogen, Suchmaschinen wie Google Scholar oder Archiven kann dir außerdem dein Betreuer eine große Hilfe sein. Oftmals kennt er Literaturempfehlungen und kann dir weitere nützliche Tipps und Hinweise vermitteln.
  • Ganz wichtig bei der Recherche: Versuche, nicht alle Bücher zum Thema zu lesen. Beschränke dich besser aus zeitlichen Gesichtspunkten auf das Inhaltsverzeichnis und die Zusammenfassungen, da du ansonsten „nie fertig“ wirst. Du musst also nicht jedes Buch lesen, sondern nur diejenigen verwenden und zitieren, die wirklich themenrelevant sind.


Schreiben der Hausarbeit

Nach der Recherche und Themenfindung bringst du deine Ideen in einer ersten Rohfassung zu Papier. Hierfür erstellst du zunächst eine grobe Gliederung sowie ein Inhaltsverzeichnis, das du während des Schreibprozesses mehrmals überarbeiten kannst. Erst einmal geht es nicht darum, jeden Satz auf den Punkt genau zu formulieren. Stattdessen schlüsselst du deine Gedanken und Formulierungen zunächst frei auf.


Aufbau und Gliederung einer Hausarbeit

Wie du deine Hausarbeit vom Aufbau her gestaltest, ist strikt vorgegeben. Anstelle kreativen Spielraumes gibt es klare Strukturen, die du unbedingt einhalten solltest.

Deckblatt
Bei einem Deckblatt handelt es sich um eine einzige Seite mit den wichtigsten Angaben zur Hausarbeit. Sowohl der Name des Dozenten, als auch das Thema der Arbeit und wichtige Angaben zum Verfasser (Fachsemester, Matrikelnummer) sollten darauf zu finden sein.

Inhaltsverzeichnis
Das Inhaltsverzeichnis schlüsselt die Kapitel bzw. Unterkapitel mit entsprechenden Seitenzahlen auf.

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
Solltest du Tabellen und Bilder verwenden, gehören diese in das dazugehörige Abbildungs- und Tabellenverzeichnis.

Einleitung
Mit der Einleitung deiner Hausarbeit führst du den Leser zum Thema hin und machst diesen neugierig. Generell macht die Einleitung etwa 10 Prozent der Hausarbeit aus. Ganz wichtig ist es, die entsprechende Fragestellung nicht außer Acht zu lassen. Ein unpassender Anfang ist etwa „das Thema der vorliegenden Arbeit ist der Einfluss von Social Media auf mittelständische Unternehmen. Besser ist es, sich zu fragen, wie sich mittelständige Unternehmen mit den sozialen Netzwerken geändert haben.

Methodik
Wichtig ist auch, am Beginn deiner Hausarbeit das methodische Vorgehen zu erklären. Geeignete Formulierungen können hierbei sein: Die Forschungsfrage XYZ soll anhand einer Stichprobe von XYZ Personen sowie einem Experteninterview genauer beleuchtet werden..

Hauptteil
Im Hauptteil versuchst du, Antworten auf die von dir aufgeworfene Forschungsfrage zu entwickeln. Dieser Teil ist der Wichtigste, da du hierbei deine wissenschaftliche Argumentation aufbaust. Es steht dir generell frei, aus wie vielen Unterpunkten dein Hauptteil besteht. Generell sollte der Hauptteil jedoch bei einer wissenschaftlichen Arbeit zwischen sechs und acht Seiten umfassen.

Falls du dich in einer Hausarbeit beispielsweise mit der „geschlechterbewussten Erziehung und Bildung in Kindertagesstätten“ beschäftigst, solltest du etwa die Begriffe der „Bildung“ und „Erziehung“ in deine Arbeit einfließen lassen.

Schlussteil
Im Schlussteil der Hausarbeit werden die wichtigsten Ergebnisse in einer Art Fazit zusammengefasst. Neue Theorien oder auch neue Fachliteratur führst du im Schlussteil deiner Arbeit nicht extra auf. Was du jedoch tun kannst, ist ein Art Ausblick zu geben.

Literaturverzeichnis
All die in deiner Hausarbeit verwendete Literatur kommt in diesem Verzeichnis in alphabetischer Reihenfolge unter.


Eidesstattliche Erklärung
Die Eidesstattliche Erklärung dient dazu, zu versichern, dass du die Arbeit nach bestem Wissen nur unter Zuhilfenahme der aufgeführten Quellen und ohne fremde Hilfe verfasst hast.

Schreibstil: So schreibst du deine wissenschaftliche Hausarbeit

Auch beim Schreibstil deiner Hausarbeit solltest du einiges beachten. Im Kern geht es nicht darum, von anderen Gesagtes wiederzugeben. Sondern darum, nachvollziehbar zu schreiben und Argumente schlüssig und stringent aufzuführen. Um den Lesefluss aufrecht zu erhalten und das Thema spannend darzulegen, solltest du außerdem auf entsprechende Überleitungen achten. Beispielsweise kannst du am Ende eines Kapitels einen kurzen Ausblick geben, worum es im darauffolgenden Artikel geht. Auf diese Weise bekommt die Hausarbeit automatisch eine Art „roten Faden“, dem der Leser folgen kann.

Achte zudem auf eine möglichst originelle und abwechslungsreiche Sprache. Schreibe aktiv statt passiv und vermeide unnötig lange Schachtelsätze, deren Anfang der Leser schlussendlich nicht mehr findet.


Richtiges Zitieren in einer Hausarbeit

Selbstverständlich bist du in einer Hausarbeit darauf angewiesen, wissenschaftliche Texte korrekt zu zitieren. Nur dann werden deine Aussagen nachprüfbar wiedergegeben. Nach welcher Methode du die Aussagen fremder Personen direkt oder sinngemäß wiedergibst, ist entweder von deiner Hochschule vorgegeben oder bleibt dir überlassen. Im Zuge deiner Hausarbeit solltest du allerdings am besten von gängigen Zitierweisen – beispielsweise Harvard, APA oder Chicago – Gebrauch machen.

APA
Grundsätzlich richtet sich der APA-Stil überwiegend an die Verfasser von Manuskripten. Solltest du die von der American Psychological Association eingeführte Zitierweise bevorzugen, so gehe wie folgt vor:
  • Bei direkten Zitaten nennst du den Nachnamen des Autors sowie die Jahreszahl, in der das Werk veröffentlicht wurde. Die Seitenzahl kannst du darüber hinaus bei sinngemäßen, indirekten Zitaten angeben. Ein Beispiel hierfür: „Berger verweist in seiner 2008 veröffentlichten Studie darauf, dass sechs bis zehnjährige Kinder noch „keinerlei Kompetenzen für den Umgang mit Mobiltelefonen entwickeln können“. (S. 202)
  • Als indirektes Zitat würde „Berger 2008 in seiner Studie veranschaulichen, dass.“
  • Im Literaturverzeichnis zitierst du nach APA wie folgt: Nachname, Initiale (Jahr). Buchtitel. Verlagsort(e): Verlag

Harvard
Die Harvard-Zitierweise kommt gänzlich ohne Fußnoten aus. Du verweist dabei im Text immer auf den Namen des Autors, das Erscheinungsjahr, in dem das Werk veröffentlicht wurde sowie die Seitenzahl. Das Format bleibt dabei immer gleich: (Autor Jahr: Seitenzahl).

Deutsche Zitierweise
Bei der deutschen Zitierweise arbeitest du mit Fußnoten. In diesen Fußnoten führst du das von dir verwendete wissenschaftliche Werk nach folgendem Muster auf: Nachname, Vorname. Titel. Untertitel.  Ort: Verlag Erscheinungsjahr, Seitenzahl


So formatierst du deine Hausarbeit richtig

Bevor du deine Arbeit Korrektur liest, solltest du sie richtig formatieren. Halte dich daher an die Vorgaben deiner Hochschule.


Umfang

Was den Umfang betrifft, umfasst eine wissenschaftliche Arbeit etwa 10 bis 15 Seiten. Abschlussarbeiten wie Bachelor- oder Masterarbeiten, die oft schon während des Semesters geschrieben werden, sind mit 30 bis 80 Seiten deutlich länger.


Formale Vorgaben

Welche formalen Vorgaben an deine Hausarbeit gestellt werden, hängt unter anderem mit den Leitlinien deiner Hochschule zusammen. Allgemein gilt jedoch: Du solltest immer auf der linken und rechten Seite neben deinem Text einen großzügigen Rand von 2,0 bis 2,5 Zentimeter einhalten, damit dein Dozent Korrekturen und Anmerkungen machen kann. Außerdem solltest du deinen Text in einer einheitlichen Schriftgröße – meistens in Times New Roman – in Schriftgröße 12 verfassen.


Korrekturlesen

Bevor du deine Arbeit zur Abgabe vorbereitest, solltest du diese entweder von Kommilitonen oder erfahrenen Lektoren Korrektur lesen lassen. Selbstverständlich solltest du in deinem Zeitplan auch für dich selbst freie Ressourcen einplanen, um den Text noch einmal hinsichtlich seines Inhalts, der Struktur sowie aus sprachlicher Sicht zu überprüfen. Schaue dabei auch nach dem roten Faden und prüfe, ob Einleitung, Hauptteil und Schluss schlüssig und nachvollziehbar geschrieben sind. Möchtest du auf Nummer sicher gehen, solltest du auch die Thesen und Zitate noch einmal checken, um nicht versehentlich Plagiate einzubauen.


FAQ

Wie schreibe ich eine gute Hausarbeit?
Du schreibst eine gute Hausarbeit, indem du deine Fragestellung klar und deutlich formulierst. Außerdem sollte deine Argumentation schlüssig und für den Prüfer nachvollziehbar sein. Kannst du zudem außerdem mit einer tadellosen Rechtschreibung und Grammatik punkten, erfüllst du alle Kriterien, um eine gute Note zu bekommen.

Wie beginne ich, eine Hausarbeit zu schreiben?
Du beginnst deine Hausarbeit mit der Literaturrecherche und, indem du ein für dich interessantes Thema findest. Anschließend schreibst du einen ersten Rohtext, den du mehrmals überarbeitest.

Kann man eine Hausarbeit in zwei Tagen/ einer Woche schreiben?
Nein, eine Hausarbeit in zwei Tagen zu schreiben ist nicht möglich – jedenfalls nicht, wenn du eine gute Note erhalten möchtest. Solch eine wissenschaftliche Arbeit bedarf einer Menge Zeit – auch eine Woche wird knapp und wäre nur dann realisierbar, wenn du jeden Tag in Vollzeit an deiner Arbeit schreibst. Es ist grundsätzlich sinnvoller, wenn du die Arbeit „reifen“ lässt und dir für den Schreibprozess ausreichend Zeit einräumst. So hast du im Fall der Fälle einen Puffer, falls einmal eine Schreibblockade aufkommt oder du bei der Argumentation vorläufig nicht weiterkommst.
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