Sekundärquellen erkennen und richtig zitieren

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Das korrekte Zitieren ist für eine wissenschaftliche Arbeit immer von Bedeutung. Dabei ist es wichtig, dass jedes Zitat richtig gekennzeichnet ist. Es gilt nicht nur, eine einheitliche Zitierweise zu wählen, sondern auch Sonderfälle wie ein Sekundärzitat nach Vorgabe zu kennzeichnen. Aber was genau ist eine Sekundärquelle und wie wird diese zitiert? Wir haben alle Informationen für dich zusammengestellt.


Was ist die Sekundärliteratur? 

Sekundärquellen bzw. die Sekundärliteratur bezieht sich auf Inhalte, die selber eine Originalquelle zitieren oder sich mit deren Inhalten auseinandersetzen. Die Gründe dafür können unterschiedlicher Natur sein. So ist es denkbar, dass die Sekundärliteratur eine Zusammenfassung aus dem relevanten Themenbereich bietet und mehrere Originalquellen umfasst. Es kann auch sein, dass es sich um eine Art Rekonstruktion der Originalquelle handelt, da die Primärquelle nicht mehr zugänglich ist. 

In der Regel sollte darauf verzichtet werden, Sekundärquellen zu zitieren. Es ist jedoch denkbar, dies zu tun, wenn zum Beispiel kein direkter Zugriff auf das Original besteht. 


Das gehört zur Sekundärliteratur

Die Sekundärliteratur befasst sich also mit Inhalten aus anderen Quellen. Diese Art der Quelle ist immer auch wertend. Eine reine inhaltliche Wiedergabe, wie etwa im Rahme einer Enzyklopädie oder in Lehrbüchern wird als Tertiärquelle bezeichnet. Diese sollten niemals für das Zitieren im Text verwendet werden. 

Die Sekundärliteratur umfasst unter anderem diese Formen von Texten:
  • Kunstinterpretationen
  • Literaturinterpretationen
  • Artikel
  • Bücher und Dokumentationen
  • Aufsätze und Rezensionen
Achtung: Abhängig von den zitierten Inhalten kann eine Quelle gleichzeitig als Primär- und Sekundärquelle dienen. Wenn etwa innerhalb einer Literaturinterpretation eine neue These benannt wird, gilt dieses Zitat als Primärzitat.


Sekundärliteratur in der wissenschaftlichen Arbeit verwenden

Es gibt verschiedene Ansätze in wissenschaftlichen Texten, für welche sich die Sekundärliteratur anbietet. So kann man durch Zusammenfassungen und Interpretationen neue Hintergrundinformationen zum Thema erlangen. Es ist auch möglich, eigene Ideen und Interpretationsansätze durch die Sekundärliteratur zu unterstützen. Darüber hinaus erlaubt die Nutzung der Sekundärliteratur einen Einblick in die Sichtweise anderer Autoren zum gleichen Thema. 

Besonders häufig kommen Sekundärquellen jedoch zum Einsatz, wenn die Originalquelle verloren ist oder nur sehr schwer zugänglich ist. Ein klassisches Beispiel dafür ist die wissenschaftliche Arbeit im Kunstbereich. Selten hat man einen direkten Zugang zu den originalen Kunstwerken.


Sekundärliteratur zitieren - so geht es

Sekundärzitate werden als ein direktes oder als ein indirektes Zitat verwendet. In der Grundform unterscheiden sie sich nicht von anderen Zitaten. Auch die allgemeinen Richtlinien für das Zitieren müssen eingehalten werden. Sobald eine Sekundärquelle im Text verwendet wird, musst du also einen direkten Verweis im Text nutzen und die Quelle korrekt in das Literaturverzeichnis eintragen. 

In der Sekundärliteratur wird das Zitat als solches gekennzeichnet. Die Originalquelle ist somit angegeben. Diese sollte aber nicht einfach übernommen werden, wenn man keinen Zugriff auf die Originalquelle hat. Ist es möglich, die Originalquelle zu besorgen, sollte das Zitat unbedingt daraus übernommen werden. 

Wird aus einer Primärquelle zitiert, muss der Zusatz „zitiert nach“ vorhanden sein. Dieser wird im Quellenverweis genannt, sowohl im Text als auch im Quellenverzeichnis.

Beispiel Sekundärquelle zitieren nach APA – im Fließtext: (Schmidt, 2002, zitiert nach Wehmeier, 2012, S. 75)


Fazit

In wissenschaftlichen Arbeiten lässt es sich kaum vermeiden, mit Zitaten zu arbeiten. Wichtig ist dabei, dass die verwendeten Quellen korrekt angegeben werden. Das Sekundärzitat sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Ist dies jedoch nicht realisierbar, weil zum Beispiel kein Zugriff auf die Originalquelle besteht, ist es möglich, aus Sekundärquellen zu zitieren. Dafür muss nach den Vorgaben der verwendeten Zitierweise jeder Verweis mit dem Zusatz „zitiert nach“ versehen werden. Unvollständige oder fehlende Quellenangaben können nicht nur die Benotung beeinflussen, sondern auch den Verdacht des Plagiats hervorrufen. Daher ist wichtig, Quellen jeder Art immer vollständig und korrekt zu nennen.
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Günter Schäfer
Günter hat seinen Bachelor-Grad in Theologie erlangt und steht kurz vor dem Masterabschluss. Als Blogautor bei studi-kompass schreibt er gerne über das Studium und Studentenleben. Für Günter hat sich mit dem Blog ein Traum erfüllt, weil er das Schreiben und den Austausch mit den Lesern mag.