Die amerikanische Zitierweise - Harvard Style

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Bei den amerikanischen Zitierstilen wird im Wesentlichen zwischen APA (American Psychological Association), die im Oktober 2019 die 7. Version veröffentlichte, und Harvard unterschieden. Oft wird als amerikanische Zitierweise auch nur von der Harvard-Zitierweise, Harvard-Methode oder auch von der Harvard-Zitation gesprochen. Sie findet oft Verwendung in einer englischen Bachelorarbeit, Hausarbeit, Masterarbeit oder Dissertation. In der Regel beziehst du dich bei einer wissenschaftlichen Prüfungs- oder Abschlussarbeit auf bereits vorhandene Forschungsergebnisse. 

Gemäß dem wissenschaftlichen Ehrenkodex musst du Ergebnisse anderer Wissenschaftler exakt nach der Harvard-Zitierweise zitieren. Durch deine eidesstattliche Erklärung bestätigst du, dass in deiner Arbeit die Angabe deiner Zitate korrekt nach Harvard erfolgte. Gehe hier besonders sorgfältig und gewissenhaft vor, denn du musst damit rechnen, dass deine Arbeit vor der Bewertung einer umfassenden Plagiatsprüfung unterzogen wird. 


Die Verwendung der Harvard-Zitierweise in wissenschaftlichen Arbeiten

Charakteristisch dafür ist das Einfügen des Belegs der Quelle hinter dem Zitat. Es handelt sich dabei um sogenannte Kurzverweise, die im Literaturverzeichnis als entsprechender Eintrag zu finden sind. Du benötigst den Nachnamen des Verfassers, die Jahreszahl und die Seitenzahl. 

Beachte, dass manche Institute bei allen Zitaten nach Harvard die Angabe der Seitenzahlen verlangen. Kläre mit deinem Betreuer vorher ab, ob die Seitenzahlen bei der Harvard-Zitierweise nur bei direkten Zitaten erforderlich sind und bei indirekten die Angabe des Autors sowie die Jahreszahl ausreicht. 


Unterschied Harvard und deutsche Zitierweise

  • Harvard-Stil
Dieser Stil beschränkte sich früher nur auf die Wirtschaftswissenschaften, wobei erst die British Standard Institution und der Australian Government Publishing Service (AGPS) ein einheitliches Regelwerk schuf. Der Harvard-Stil basiert auf dem Autor-Datum-System, so dass ein Artikel aus z.B. einem Sammelband in folgender Zitierweise wiedergegeben wird: 

Stevens, H. & Büskens, M. (2019). Nachhaltigkeit als Kriterium der modernen Trainingslehre. In: Trainer der Bundesliga. Hrsg. von Vogts, B., Beckenbauer, F. & Völler, R. Frankfurt: Kicker Verlag.
  • deutscher Zitierstil
Bei der deutschen Zitierweise musst du Fußnoten verwenden, die du als hochgestellte Ziffern jeweils an das Ende der zitierten Textstelle setzt. Am Ende der Seite verweist du auf die vollständige Quelle. 

Der zitierte Abschnitt besteht vielleicht nur aus einem Wort oder einer Gruppe von Wörtern, wobei sich die Fußnote auch auf Satzteile oder auf vollständige Sätze beziehen kann. Setze die hochgestellte Ziffer immer nach dem letzten Satzzeichen. 

Beispiel: Vollbeleg1 (u. a. Nachname, Vorname, Ort), Kurzbeleg2 von einem Buch in der Fußnote, danach folgt ein wörtliches Zitat (mit Anführungsstrichen): „Zitieren macht Spaß!“3.
1vgl. Posch, Günter / Krmaric, Slobodan: Kicken in Süddeutschland: Eine Betrachtung, 1. Aufl., Hoffenheim, Deutschland: Fußballwoche, 2019, S. 18.
2vgl. Posch/Krmaric, 2019, S. 18.
3Posch/Krmaric, 2019, S. 18.


Harvard Zitierweise im Text

Um eine umfassende wissenschaftliche Abschlussarbeit zu erstellen, benötigst du zahlreiche Literatur und Internetquellen. Die Richtlinien gemäß der Harvard Zitierweise sehen unter anderem diese drei Fälle vor: 
  • ein Autor
Der Nachname des Autors wird in Klammern gesetzt, danach musst du das Erscheinungsjahr des Werkes und die Seitenzahl nennen: (Autor Jahr: Seitenzahl) 

Solltest du in deinen Arbeiten den Namen des Autors im Fließtext erwähnen, musst du die Jahreszahl und die Seitenzahl in Klammern direkt dahinter schreiben, zum Beispiel: 
  1. „Der Fußball hat sich im athletischen Bereich in den letzten Jahren enorm entwickelt“ (Wagner, 2019: 17) 
  2. Eine Untersuchung, in der die Premier League mit der deutschen Bundesliga verglichen wurde, ergab, dass … (vgl. Wagner 2019: 17). 
  3. Wagner (2019: 17) zeigt, wie sich die Trainingslehre mit X befasst. 
  • zwei Autoren
Du musst auf jeden Fall beide Autoren nennen, z.B die Verfasser eines Buches. 

Beispiel: „Elfmeterschießen ist Glückssache“ (Kahn und Scholl 2001: 5) 
  • mehrere Autoren
In diesem Fall musst du in deinen Quellennachweis nur den erstgenannten Autor schreiben. Durch die Abkürzung „et al.“ sehen die Leser, dass es weitere Autoren gab. 

Beispiel: „Die Meisterschaft geht nur über uns“ (Hoeneß et al. 2012: 3). 


Die Erstellung des Literaturverzeichnisses nach der Harvard-Methode

Das Literaturverzeichnis ist ein Sammelbecken für deine gesamten, verwendeten Quellen. Um nichts zu vergessen, solltest du sofort nach dem Kennzeichnen im Text die Quelle auch in dein Literaturverzeichnis übernehmen. Dort sortierst du gemäß dem Harvard-Stil nach dem Nachnamen des Autors alphabetisch von A bis Z.

Solltest du mehrere Werke eines Autors verwenden, ordnest du sie im Literaturverzeichnis nach dem Veröffentlichungsjahr. Beginne mit der aktuellsten Publikation und gebe zeitlich absteigend die weiteren Veröffentlichungen an.

Dass die Werke eines Autors im selben Jahr erschienen sind, stellt eher eine Ausnahme dar. In diesem Fall versiehst du jede Quelle zusätzlich noch mit einem kleingeschriebenen, alphabetisch fortlaufenden Buchstaben. Dieser wird wie in folgendem Beispiel angebracht: 

Schmidt, Peter (1998 a): Neue Böden problemlos selbst verlegen. 
Schmidt, Peter (1998 b): Sehr einfach die Hauswand selbst verputzen. 


Pro und Contra der amerikanischen Zitierweise

  • Vorteile 
Spätestens beim Erstellen der Bibliographie wirst du bemerken, dass eine Quellenangabe gemäß der Harvard Zitierweise viel Zeit spart. Im Gegensatz zur deutschen Zitierweise muss bei der ersten Nennung der Quelle nicht der Vollbeleg angegeben werden. Nicht alle Universitäten, Hochschulen oder sonstige Institute akzeptieren bei der Erstnennung auch Kurzbelege. 

Wenn du Paraphrasen verwendest, ist ein Überblick über den Namen des Autors und das Erscheinungsjahr der Quelle völlig ausreichend. Die deutsche Zitierweise verlangt eine Fußnote, die, je nach Anzahl der angegebenen Titel, den Fußnotenbereich etwas unansehnlich gestaltet. 
  • Nachteile 
Eine längere Quellenangabe stört unter Umständen den Lesefluss gewaltig, weil der Autor, das Jahr und die Seitenzahl im Text genannt werden. Bei den vielen Informationen aufgrund der Zitate stört das die Optik des Textes gewaltig, zum Beispiel in einem Aufsatz oder einem Artikel in einer Zeitung

Als Student kannst du den Teil der Seite, in dem sich der Fußnotenbereich befindet, nicht für längere Diskussionen nutzen. Das mag bei dem einen oder anderen Thema sehr vorteilhaft sein, aber für ein komplexes Thema wärst du vielleicht nur sehr ungern dermaßen eingeschränkt.
Du hast schon abgestimmt. Danke! like-dislike confetti
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Patricia Schulz
Patricia ist unsere Social Media Assistentin und verantwortet für die sozialen Netzwerke und Profile von studi-kompass. Sie ist immer für spannende und witzige Ideen offen. Nebenbei beschäftigt sie sich mit Content für unseren Blog und kreiert die Artikel zu den wissenschaftlichen Themen.