Zitierfähigkeit der grauen Literatur

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Wird eine Bachelor- oder Masterarbeit erstellt, ist es wichtig, darauf zu achten, dass Quellen korrekt zitiert werden. Denn entstehen dabei Fehler, liegt die Beschuldigung eines Plagiats nahe. Unter Umständen kann die Arbeit dann nicht gewertet werden. Darum ist es umso wichtiger, auf die Zitierfähigkeit der grauen Literatur genau zu achten.


Graue Literatur in der wissenschaftlichen Forschung

Der Begriff „graue Literatur“ befasst sich mit jenen Texten, die nicht im Verlag aufscheinen  und nicht veröffentlich wurden. Gerade bei Bachelor- oder Masterarbeiten ist dies oft der Fall. Unveröffentlichte Forschungsarbeiten unterliegen gerne der grauen Literatur. Aber auch geschriebene Texte im Netz gehören dieser Literatur an. Darum - wer seine Bachelor- oder Masterarbeit vorbereitet, der sollte die genutzten Quellen immer mit Fingerspitzengefühl und Genauigkeit wählen. Es kommt darauf an, auf den Inhalt der Literatur zu achten. Schließlich ist im World Wide Web alles erlaubt. 

Die graue Literatur — ein Begriff, der der Bibliothekswissenschaft zugeordnet werden kann. Denn alles was nicht anhand eines kommerziellen Verlages herausgegeben wurde, darf sich darunter einreihen. 


Beispiele der grauen Literatur 

Zur grauen Literatur zählt Geschriebenes, welches von einzelnen Personen oder der Forschung selbst veröffentlicht wurde. Dazu zählen Kongressberichte, Firmenanschreiben, akademische Schreiben, private Texte. Das Internet bietet sich geradezu an, graue Literatur der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Beispiele, die sich zur grauen Literatur zählen, sind:
  • Wissenschaftliche Schreiben, die in Vorveröffentlichung sind
  • Bachelor- und Masterarbeiten, die nicht veröffentlicht sind
  • Forschungsberichte, die nicht veröffentlicht sind 
  • Mitschriften, die auf einem Vertrag beruhen
  • Berichte von Konferenzen und Kongressen
  • Mitteilung der Presse
  • Interne, mitunter vertrauliche Dokumente


Zitierwürdigkeit von grauer Literatur

Die Zitierfähigkeit darf nicht mit der Zitierwürdigkeit verwechselt werden. Die Zitierwürdigkeit nimmt Einfluss auf die Quelle und dessen Qualität.

Erklärung: Zitierfähig
Als zitierfähig gelten alle Quellen, die öffentlich verfügbar sind und die man zurückverfolgen kann.  Ob die Zitierfähigkeit einer Quelle besteht, kann umgehend überprüft werden. Denn sobald eine ISBN-Nummer oder eine ISSN-Nummer aufscheint, ist sie zitierfähig.  Wird eine Quelle aus dem Internet zitiert werden, sollte eine URL und ein Abrufdatum angegeben werden. Warum ein Abrufdatum? Das hat den Grund, weil sich die Quellen aus dem Internet immerfort verändern können, womöglich auch gelöscht werden.

Erklärung: Zitierwürdig
Die Zitierwürdigkeit beschäftigt sich mit der Qualität der jeweiligen Quellen und damit, ob sie vertrauenswürdig ist.  Bei einer Bachelor- oder Masterarbeit ist es wichtig, dass nur zitierwürdige Quellen zur Verwendung kommen. Eine zitierwürdige Quelle hat bestimmte Merkmale, die sich wie folgt zu erkennen geben:
  • Die Quellenangabe ist komplett. Autor und Titel sind vollständig.
  • Die Forschungsergebnisse sind aktuell und bedeutsam.
  • Die Quelle macht einen seriösen Eindruck.


Beispiel: Graue Literatur zitieren

Vorab darf geprüft werden, ob die Quelle über die Zitierfähigkeit und die Zitierwürdigkeit verfügt. Tut sie das, darf sie in die Bachelor- oder Masterarbeit eingearbeitet werden. Ganz wichtig dabei ist aber die Quellenangabe, so muss ein Verweis im Text verankert sein und ein Eintrag in das Literaturverzeichnis muss gegeben sein. 

Zwei wesentliche Quellen der grauen Literatur dürfen dabei berücksichtigt werden:
  • Öffentlich zugängliche Quellen
  • Nicht öffentlich zugängliche Quellen

Quellenangaben erfolgen nach 3 unterschiedlichen Zitierweisen:

► Den APA-Richtlinien: Diese Richtlinien wurden von der American Psychological Association aufgestellt. Sie werden vorrangig in den sozialwissenschaftlichen Fächern verwendet. Folgendes Schema wird dabei verwendet: Nachname des Autors, Erscheinungsjahr des Buches und Seitenzahl.

Die Harvard Zitierweise: Das Zitat wird nach dem Anführungszeichen umgehend gekennzeichnet. Folgendes Schema wird dabei verwendet: Nachname des Autors, Erscheinungsjahr des Buches und Seitenzahl.

 Die deutsche Zitierweise: Das Zitat im Text wird durch eine Fußnote gekennzeichnet. Am Ende der Seite wird auf die Fußnote näher eingegangen. Folgendes Schema wird dabei verwendet: Nachname des Autors, Name des Werks, Ort, Erscheinungsjahr des Buches und Seitenzahl.


Öffentlich zugängliche Quellen

Ist sie durch einen Link zugänglich, so wird die Quelle im Internet zitiert.
Wer die graue Literatur spezifischer kennzeichnen möchte, der hinterlässt eine Beschreibung in eckigen Klammern, die sich nach dem Titel einfindet.

Literaturverzeichnis
Besteht eine Zitierfähigkeit, ist ein Eintrag im Literaturverzeichnis anzubringen. 
Verweis im Literaturverzeichnis: (Name des Autors, Datum) Benennung des Forderungsergebnis bzw. Forschungsbericht, Abgerufen von: Internetseite bekanntgeben.

Verweis im Text
Besteht eine Zitierfähigkeit, ist ein Verweis im Text anzubringen. 
Ein solcher Verweis beinhaltet den Namen und das Datum.

Fußnote
Gerade die Deutsche Zitierweise nützt gerne Fußnoten. Diese werden genau ausgeführt. Name, Forschungsbericht, Art der Arbeit, Ort, Datum, Seitenzahl. Wurde eine online Quelle genutzt, wird auch die Webseite angegeben. Wird die Fußnote bei der Arbeit verwendet, so wird der Lesefluss des Dokuments verbessert.


Nicht öffentlich zugängliche Quellen

Es dürfen auch Dokumente oder Gespräche in der Bachelor- oder Masterarbeit verwendet werden, die aus nicht öffentlich zugänglichen Quellen stammen. Dabei handelt es sich vorrangig um die persönliche Kommunikation. Zu diesen Quellen zählen Gespräche am Telefon, Mails und Briefe. 

Literaturverzeichnis
Solche Quellen, die sich auf die persönliche Kommunikation stützen, sind nicht nur im Anhang zu finden, sie werden zudem in das Literaturverzeichnis niedergeschrieben.

Verweis im Text
Werden die persönliche Kommunikation genutzt, dann muss dies auch so kundgetan werden. Die Harvard- und die Deutsche Zitierweise verlassen sich auf folgende Begriffe: persönliches Mail, persönlicher Brief oder einfach persönliche Korrespondenz. Diese Dokumente finden sich im Anhang wieder. Damit wird erreicht, dass diese nicht öffentlich zugänglichen Quellen dem Leser erreichbar gemacht werden.

Fußnote
Die Harvard-, die Deutsche Zitierweise sowie die APA-Richtlinien nutzen die Fußnote im Text. Mit Name, persönlicher Korrespondenz, Ort, Datum, siehe Anhang. Der Anhang wird mit einer Fußnote gekennzeichnet.


Zitierfähiges Material finden

Dafür gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten. Sie reichen von einer öffentlichen Bibliothek bis hin zur Universitäts-Bibliothek. Bibliotheken bieten immer gute Arbeitsgrundlagen in Hinsicht der Bachelor- oder Masterarbeit. Zudem ist die Auswahl groß, wenn es sich um die Sammlung wichtiger Werke handelt, die als Quellen dienen. Auch das Internet bietet ein großes Spektrum in Sachen Recherche-Möglichkeiten. Dabei darf auf Google Scholar verwiesen werden. Denn Google Scholar ist eine umfangreiche Datenbank. Hier sind verschiedenste Veröffentlichungen aus Forschung und Wissenschaft vorhanden.
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Edda Baumann
Edda macht gerade ihr Master in Germanistik, so ist sie ganz gut im akademischen Schreiben bewandert. Sie ist immer wieder aufs Neue fasziniert, wie viel im Schreiben von wissenschaftlichen Arbeiten steckt und erzählt gerne alle Trickst auf dem Blog von studi-kompass.