Validität für Deine Untersuchung einfach erklärt

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Validität gehört zu den drei wichtigen Gütekriterien, die in der quantitativen Forschung dafür sorgen, dass deine Untersuchungen und die daraus abgeleiteten Erkenntnisse für dein Fach wissenschaftliche Gültigkeit haben. Neben der Objektivität und Reliabilität ist Validität also ein Grundpfeiler für deine Untersuchung. Eine valide Untersuchung ist intern schlüssig und extern im besten Fall auf einen größeren Kontext zu übertragen.


Definition Validität

Der Begriff der Validität bedeutet wörtlich „Gültigkeit“. Gemeint ist damit, dass die von dir verwendete Methode wirklich ein Konstrukt misst, das du messen willst. Wenn du beispielsweise mit standardisierten Fragebogen arbeitest, müssen sich die Fragen genau auf die Informationen beziehen, die du gewinnen willst, um valide Daten erheben zu können. Neben der Gestaltung der Untersuchung ist auch die Durchführung und Vergleichbarkeit der Ergebnisse Gegenstand der Einstufung als valide.


Einflussfaktoren auf die Validität

Die Validität deiner Untersuchungen kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. Dazu gehören: 
  • Der ausgewählte Untersuchungsgegenstand und dessen mögliche Veränderungen oder Abweichungen in dessen Umfeld während der Untersuchung können die Gültigkeit der Untersuchung beeinträchtigen.
  • Verlauf und Methoden des Tests bzw. der Datenerfassung, etwa die Gestaltung der Messmethode und deren Anwendung, können die Validität in Mitleidenschaft ziehen.
  • Verlust, etwa wenn ein Teil des Untersuchungsgegenstands oder ein bestimmtes Merkmal nicht mehr verfügbar sind, schmälern eventuell ebenfalls die Validität.
  • Auch Mehrdeutigkeit oder Mangel an Eindeutigkeit im Zusammenhang zwischen Untersuchungsgegenstand und Ergebnis und daraus resultierende fehlende Validität sind ein Problem.


Formen der Validität

Bei der Validität unterscheidet man grundsätzlich zwei Arten, nämlich die interne und die externe Validität. Sie beziehen sich auf die Vorgehensweise und Schlüssigkeit einerseits und die Korrelation mit externen Faktoren andererseits. Interne und externe Validität können ihrerseits weiter unterteilt werden in Unterkategorien. 

Interne Validität
Gemeint ist mit der internen Validität die Qualität, die beim Zusammenspiel von Methodik und Auswertung erzielt wird. Valide sind deine Ergebnisse, wenn du gemessen hast, was gemessen werden sollte. Dabei kommen unabhängige und abhängige Variablen zusammen. Die unabhängige Variable ist unbeeinflusst von anderen Faktoren, hat jedoch auf andere, abhängige Variablen Einfluss, etwa wenn deine quantitative Forschung im Rahmen eines Experiments abläuft.

Inhaltsvalidität
Die Inhaltsvalidität ist ein untergeordnetes Konzept der internen Validität und meint die Kongruenz deines Ansatzes und des Konstrukts, mit dem du dich bei deiner Untersuchung beschäftigst – kurz gesagt, müssen Datenerhebung und Thema zueinander passen. Um als inhaltlich valide gelten zu können, müssen deine Fragen auf die zu messenden Bereiche zugeschnitten sein. Inhaltliche Validität liegt in der Regel bei Kenntnistests vor, wie sie in Form von Fachprüfungen auftreten.

Externe Validität
Externe Validität liegt vor, wenn die von dir erzielten Resultate übertragbar sind auf Bereiche außerhalb deiner Untersuchungen. Von der Reliabilität ist sie bei näherer Betrachtung zu unterscheiden, denn letztere misst die Zuverlässigkeit der Messmethode, während externe Validität zu generalisierbaren Ergebnissen führt, die auf einen weiter gefassten Kontext anwendbar sind. Externe Validität kann ebenfalls in Unterkategorien unterteilt werden.

Konstruktvalidität
Wenn von Konstruktvalidität die Rede ist, dann ist damit gemeint, dass das Konstrukt, das gemessen werden soll, exakt umrissen ist. Konstruktvalidität ist gegeben, wenn deine Untersuchung in hohem Maß mit vergleichbaren Studien übereinstimmt, die ähnliche Konzepte oder Konstrukt zum Gegenstand haben. Die genaue Definition des zu messenden Konzepts ist überdies eine wesentliche Voraussetzung für hohe Inhaltsvalidität – beides geht bei deinen Untersuchungen also Hand in Hand. 

Kriteriumsvalidität
Eine weitere Unterkategorie der externen Validität ist die sogenannte Kriteriumsvalidität. Gemeint ist in diesem Fall, dass die durchgeführten Messungen in einem nachweisbaren Zusammenhang mit weiteren, ebenfalls externen Kriterien in der Untersuchung aufweisen, die sich auf ein ähnliches Konzept oder Konstrukt beziehen. Diese Kriterien sollte sich möglichst stark gegenseitig bedingen, damit Kriteriumsvalidität gegeben ist. 


Formulierungsbeispiele für die Validität

Um deine Untersuchung im Zuge einer quantitativen Forschung zu verdeutlichen, solltest du dein Vorgehen – etwa bei einer Abschlussarbeit – für deine Prüfer und Leser erklären. So fällt es ihnen leichter, deiner Methodik zu folgen und zu verstehen, warum deine Untersuchung valide ist. Formulieren kannst du dies auf unterschiedliche Weise, angemessen an die interne oder externe Validität der Messung, auf die es dir besonders ankommt.

Einige Beispiele für mögliche Formulierungen stellen wir dir hier vor:
  • Die Validität der von mir vorgenommenen Messung wird durch den Einsatz von … gewährleistet.
  • Durch die strikte Einhaltung von … ist eine durchgehende Validität des Versuchsablaufs gegeben.
  • Da die Störvariablen X und Y durch …. ausgeschaltet werden, bleibt die interne Validität des Experiments durchgängig gewahrt.
  • Die durch die Untersuchung erzielten Resultate können auf den Bereich XYZ übertragen werden und stellen damit sicher, dass die externe Validität meiner Forschung gewährleistet ist. 
Leerstellen und Variablen füllst du mit deinen Argumenten und Kriterien, die du zur Begründung und Gewährleistung der Validität heranziehst. In dem Teil deiner Abschlussarbeit, der der Methodik gewidmet ist, gehst du auf die Validität und ihre Sicherung im Verlauf deiner Untersuchung ein. Daneben erläuterst du hier alle weiteren Gütekriterien der quantitativen Forschung, wie Reliabilität und Objektivität, und auf welche Weise du sie mit deiner Forschung erfüllst. Die genaue Ausformulierung dieser Aspekte schon während der Arbeit hilft dir sowohl, deine Gedanken zu ordnen, als auch dein Vorgehen zu hinterfragen und möglicherweise in Teilen anzupassen oder zu korrigieren, um bessere Ergebnisse zu erzielen.


FAQ

Bei der Validität handelt es sich um eines der drei Haupt-Gütekriterien, die in der quantitativen Forschung zur Anwendung kommen und vertrauenswürdige Ergebnisse gewährleisten. Valide ist eine Messung oder Datenerhebung, wenn sie tatsächlich misst, was gemessen werden soll.
Das Wort „valide“ bedeutet wirksam oder gültig. Validität bezeichnet also die Gültigkeit einer Untersuchung und deren Ergebnissen.
Die Messung von Validität und deren Unterscheidung von Reliabilität gestaltet sich in der Praxis mitunter schwierig. Am besten kann die Kriteriumsvalidität überprüft werden – wenn zum Beispiel die erfolgreichen Absolventen von Kenntnistests wie einer Fahrprüfung in der späteren Anwendung das erwartete Verhalten zeigen, sich also eine „Fehlerquote“ durch Unfälle ergibt, die sich ungefähr mit der Fehlerquote der Messung, nämlich der Prüfung, deckt.
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Ulrich Güttinger
Ulrich ist ein promovierter Linguist, erfahrener Texter und bloggt seit 4 Jahren über Studium, Karriere und akademisches Schreiben. Er ist immer auf der Suche nach echt guten Ideen und frischer Inspiration für unseren Blog. Ulrich sorgt dafür, dass unseren Lesern das Schreiben der Abschlussarbeit leichter fällt.