Monatlich kündbar statt Zweijahresvertrag: VPN-Tarife im Studi-Check


Monatlich kündbar statt Zweijahresvertrag: VPN-Tarife im Studi-Check
Inhaltsverzeichnis
  1. Monatlich kündbar statt Zweijahresvertrag: VPN-Tarife im Studi-Check
  2. Was steckt hinter dem beworbenen Monatspreis?
  3. Die Tarife im direkten Vergleich
  4. Ab welchem Monat rechnet sich die lange Laufzeit?
  5. Der Preis nach der Verlängerung
  6. Geld-zurück-Garantie: ausprobieren mit Frist
  7. Studentenrabatte: Was sich belegen lässt
  8. Vier typische Situationen aus dem Studium
  9. Erasmus-Semester
  10. Uni-WLAN und eduroam
  11. Semesterferien
  12. WG
  13. Welcher Tarif passt zu deinem Semester?
3,89 Euro im Monat, so lautet der Preis, der auf vielen Angebotsseiten groß über dem Kaufbutton steht. Eine Zeile tiefer und deutlich kleiner folgt der Betrag, der tatsächlich vom Konto geht: 93,36 Euro auf einen Schlag, gültig für 24 Monate. Für jemanden, dessen Jahr im Semester, Prüfungsphasen und vorlesungsfreie Wochen zerfällt, ist das eine lange Zeit. In diesem Beitrag rechnen wir nach: Monatsabos und Langzeittarife bekannter Anbieter, der Monat, ab dem sich die Bindung lohnt, Verlängerungspreise und belegbare Studentenrabatte.
 

Was steckt hinter dem beworbenen Monatspreis?

Der beworbene Betrag ist fast immer ein Durchschnittswert. Er entsteht, wenn man die Vorauszahlung für ein oder zwei Jahre durch die Zahl der Monate teilt. Bezahlt wird trotzdem vorab und komplett. Wer nur ein paar Wochen Schutz braucht, zahlt damit für Monate, in denen die App ungenutzt auf dem Laptop liegt. Wie groß die Lücke zwischen beiden Modellen ausfällt, zeigt eine Auswertung von Preisen und Funktionen bei 41 Anbietern. Monatstarife großer Dienste liegen demnach meist zwischen 10 und 15 Euro. Cybernews stellt ihnen dabei auch die Zweijahrespakete gegenüber, sodass sich ein günstiges VPN ohne lange Laufzeit direkt mit den gebundenen Angeboten abwägen lässt.
 

Die Tarife im direkten Vergleich

Alle Beträge in diesem Abschnitt und in den Rechenbeispielen stammen von den Preisseiten der Anbieter (laut Anbieter, Stand Oktober 2026). Sie gelten für das jeweils kleinste VPN-Paket. Aktionspreise wechseln häufig, prüf die Preisseite deshalb kurz vor dem Kauf noch einmal.
 
  1. NordVPN (Basis): 14,99 Euro bei monatlicher Abrechnung. Das Jahrespaket kostet im ersten Jahr 65,88 Euro, das Zweijahrespaket 93,36 Euro für 24 Monate. Danach verlängern sich beide für 139,08 Euro pro Jahr.
  2. Surfshark (Starter): 16,45 Euro im Monatsabo. Im Zweijahrespaket zahlst du 67,23 Euro für 27 Monate, weil drei Gratismonate dazukommen. Den späteren Verlängerungspreis nennt Surfshark auf der Preisseite nicht als konkrete Zahl.
  3. Proton VPN (VPN Plus): 9,99 Euro monatlich. Das Jahresabo kostet zunächst 53,88 Euro, das Zweijahresabo 83,76 Euro. Beide laufen danach für 83,88 Euro je zwölf Monate weiter.
  4. Mullvad: 5 Euro pro Monat, unabhängig davon, ob du einen Monat oder ein ganzes Jahr bezahlst. Laufzeitrabatte gibt es keine.
Bei NordVPN, Surfshark und Proton VPN kann laut Preisseite noch Mehrwertsteuer hinzukommen, Mullvad gibt seinen Preis inklusive Steuer an.
 

Ab welchem Monat rechnet sich die lange Laufzeit?

Spannend wird es, wenn du die Monatspreise aufaddierst und mit dem Paketpreis vergleichst. Bei NordVPN kosten sechs Monate im Monatsabo 89,94 Euro und bleiben damit knapp unter dem Zweijahrespaket. Ab dem siebten Monat kippt die Rechnung, dann zahlst du monatlich bereits 104,93 Euro. Bei Surfshark liegt die Grenze früher. Vier Monate ergeben 65,80 Euro, fünf Monate schon 82,25 Euro und damit mehr als die 67,23 Euro für 27 Monate. Beim Jahresabo von Proton VPN zeigt sich der gleiche Effekt. Fünf einzelne Monate kosten 49,95 Euro, beim sechsten Monat sind es 59,94 Euro, also mehr als die 53,88 Euro für zwölf Monate.
 

Der Preis nach der Verlängerung

Der günstige Einstieg gilt nur für die erste Laufzeit. Bei NordVPN folgen nach den 24 Monaten 139,08 Euro für das dritte Jahr, über drei Jahre kommst du so auf 232,44 Euro. Bei Proton VPN ergibt dieselbe Rechnung 167,64 Euro. Im Monatsabo würden 36 Monate NordVPN allerdings 539,64 Euro kosten, die Verlängerung ist also teurer als der Einstieg, bleibt aber unter dem Monatstarif.

Tipp: Trag dir das Ablaufdatum direkt nach dem Kauf in den Kalender und entscheide ein paar Tage vorher, ob du verlängern, wechseln oder kündigen willst.
 

Geld-zurück-Garantie: ausprobieren mit Frist

NordVPN, Surfshark und Proton VPN räumen nach eigenen Angaben 30 Tage ein, in denen du dein Geld zurückfordern kannst. Bei Mullvad sind es 14 Tage, Barzahlungen sind dort von der Erstattung ausgenommen. Die Garantie eignet sich gut, um Geschwindigkeit und Bedienung im eigenen Alltag zu prüfen, etwa im Wohnheim-Netz. Die Rückerstattung musst du allerdings aktiv beantragen, sie passiert nicht automatisch.
 

Studentenrabatte: Was sich belegen lässt

Zwei der Anbieter verweisen auf eigenen Seiten auf Angebote für Studierende, beide laufen über die Plattform Student Beans. NordVPN gibt dort 15 Prozent zusätzlichen Rabatt auf das Zweijahrespaket an, die Verifizierung erfolgt über Student Beans. Surfshark leitet ebenfalls zu Student Beans weiter und nennt die Höhe des Nachlasses erst dort. Für UNiDAYS haben wir auf den Anbieterseiten keinen Hinweis gefunden. Für deine Rechnung ist ein Detail wichtig. Der NordVPN-Rabatt bezieht sich auf die lange Laufzeit. Für ein einzelnes Monatsabo bringt er dir nichts.
 

Vier typische Situationen aus dem Studium

Welches Modell passt, hängt weniger vom Anbieter ab als davon, wie dein Semester aussieht. Die folgenden Beispiele zeigen, wie unterschiedlich die Rechnung ausfallen kann.
 

Erasmus-Semester

Ein Erasmus-Aufenthalt zum Studieren dauert mindestens zwei und höchstens zwölf Monate pro Studienabschnitt. Nehmen wir fünf Monate an. Im Monatsabo zahlst du dafür bei NordVPN 74,95 Euro, bei Proton VPN 49,95 Euro und bei Mullvad 25 Euro. Das NordVPN-Jahrespaket wäre mit 65,88 Euro zwar günstiger als fünf NordVPN-Monate, läuft aber noch sieben Monate weiter, wenn du längst zurück bist.
 

Uni-WLAN und eduroam

Auf dem Campus brauchst du oft gar keinen bezahlten Dienst. Das eduroam-Netz ist mit WPA2-Enterprise abgesichert, wie etwa das Rechenzentrum der Uni Heidelberg erklärt. Die Verschlüsselung reicht allerdings nur bis zum Access Point. Viele Hochschulen stellen deshalb einen eigenen VPN-Zugang bereit, über den du dich auch von außen ins Uni-Netz einwählst, zum Beispiel für E-Journals und Datenbanken der Bibliothek. Dieser Zugang ist für Hochschulangebote gedacht.
 

Semesterferien

Für eine Reise von zwei Monaten ergibt ein Zweijahresvertrag kaum Sinn. Zwei Monate NordVPN kosten 29,98 Euro, zwei Monate Mullvad 10 Euro. Lässt der Anbieter es zu, kündigst du das Monatsabo am besten direkt nach dem Abschluss zum Laufzeitende, dann läuft es nach der Rückkehr nicht weiter.
 

WG

In der Wohngemeinschaft zählt die erlaubte Zahl an Geräten pro Konto. Bei NordVPN und Proton VPN sind es zehn gleichzeitig, bei Mullvad fünf, Surfshark setzt keine Grenze. Ob sich mehrere Mitbewohner ein Konto teilen dürfen, legt jeder Anbieter in seinen Nutzungsbedingungen fest. Lies sie, bevor ihr die Kosten aufteilt.
 

Welcher Tarif passt zu deinem Semester?

Wer ein VPN nur für einzelne Wochen braucht, fährt mit einem Monatsabo meist günstiger, selbst wenn der Monatspreis zunächst hoch wirkt. Ab etwa einem halben Jahr Nutzung drehen die Zahlen bei den großen Anbietern zugunsten der langen Laufzeit. Rechne deshalb nicht mit dem beworbenen Durchschnittspreis. Rechne mit dem Betrag, der tatsächlich abgebucht wird, mit der Zahl der Monate, die du wirklich brauchst, und mit dem Preis, der nach der ersten Laufzeit fällig wird.