Inhaltsverzeichnis
- Dunning-Kruger-Effekt und warum Studierende ihre Prüfungsleistung falsch einschätzen
- Was versteht man unter dem Dunning-Kruger-Effekt
- Reale Beispiele für den Dunning-Kruger-Effekt im Alltag
- Wie Studierende ihre Noten vorhersagen
- Warum die Selbsteinschätzung scheitert
- Wie Studierende ihre Selbsteinschätzung verbessern können
In Prüfungen passieren Fehler – das ist völlig normal. Interessant ist dabei, dass viele Studierende sich nicht nur in den Antworten irren, sondern auch in ihren Erwartungen. Wenn man sich mit einem Thema nicht gut auskennt, überschätzt man sich oft ganz ehrlich. Man hat das Gefühl, es lief besser, als es wirklich war. Umgekehrt passiert bei starken Studierenden oft das Gegenteil. Sie zweifeln an sich, obwohl ihre Ergebnisse sehr gut sind. Diese Verschiebung zwischen dem eigenen Gefühl und der tatsächlichen Leistung nennt man den Dunning-Kruger-Effekt.
Was versteht man unter dem Dunning-Kruger-Effekt
Der Dunning-Kruger-Effekt zeigt sich im Studium besonders deutlich. In Tests und Prüfungen erwarten leistungsschwächere Studierende meist bessere Noten, als sie am Ende erhalten. Leistungsstarke Studierende schätzen sich dagegen oft vorsichtiger ein, als es ihr tatsächliches Ergebnis nahelegt. Der Kern des Effekts ist einfach:- Menschen mit geringer Kompetenz überschätzen sich häufig.
- Menschen mit hoher Kompetenz zweifeln eher an sich und schätzen ihre Fähigkeiten zu niedrig ein.
Reale Beispiele für den Dunning-Kruger-Effekt im Alltag
Der Dunning-Kruger-Effekt zeigt sich nicht nur bei Prüfungen oder im Studium. Du begegnest ihm auch im Alltag. Vor allem dann, wenn etwas auf den ersten Blick simpel wirkt, in Wirklichkeit aber komplex ist.Ein gutes Beispiel dafür sind Online-Spiele. Anfänger:innen gehen häufig davon aus, die Spielmechaniken und Wahrscheinlichkeiten schnell verstanden zu haben. Diese anfängliche Selbstüberschätzung führt dazu, dass Risiken unterschätzt und Entscheidungen zu früh getroffen werden. Erfahrenere Nutzer:innen verhalten sich dagegen deutlich vorsichtiger. Du informierst dich genauer, liest Bewertungen und nutzt einfache Einstiegsangebote wie einen Bonus ohne Einzahlung. So kannst du Abläufe kennenlernen, ohne direkt eigenes Geld einzusetzen.
In diesem Kontext dient ein Bonus ohne Einzahlung nicht als Gewinnversprechen, sondern als Lerninstrument. Er erlaubt es, Spielregeln, Auszahlungsbedingungen und Zufallselemente zu beobachten, ohne das eigene Urteilsvermögen zu überschätzen. Genau hier zeigt sich der Kern des Dunning-Kruger-Effekts: Mit wachsender Erfahrung nimmt die Sicherheit im Umgang mit dem System zu, während die anfängliche Überschätzung abnimmt.
Wie Studierende ihre Noten vorhersagen
Um den Dunning-Kruger-Effekt zu untersuchen, stellt man Studierenden meist zwei einfache Fragen: Welche Note erwartest du? Wie sicher bist du dir bei dieser Einschätzung? Nach der Prüfung vergleicht man die Antworten mit dem tatsächlichen Ergebnis. Das Bild wiederholt sich von Kurs zu Kurs. Meist erkennt man drei Gruppen:- Die leistungsschwächere Gruppe: überschätzt ihre Note konstant, bei hoher subjektiver Sicherheit.
- Die mittlere Gruppe: Vorhersagen stimmen ungefähr mit dem Ergebnis überein.
Warum die Selbsteinschätzung scheitert
Fehler in der Selbsteinschätzung sind kein Zufall. Dahinter stehen mehrere typische Denkgewohnheiten:- Schwache metakognitive Fähigkeiten. Viele Studierende verwechseln Vertrautheit mit tatsächlichem Verständnis. Ein Text wirkt beim Lesen klar, Formeln und Begriffe erscheinen vertraut – doch ohne eigene Wiedergabe bleiben sie nicht abrufbar. Ohne Selbsttests merkt man diese Lücke kaum.
- Psychologische Faktoren: Angst, den eigenen Lernstand einzugestehen, sozialer Druck oder die hartnäckige Orientierung an einer „Wunschnote“ statt einer realistischen. Optimismus ist nicht grundsätzlich schlecht, kann aber Fakten leicht überdecken.
Da die Forschung zum Dunning-Kruger-Effekt weiterläuft, tauchen regelmäßig neue Befunde auf. Typische Beobachtungen sind:
- Ein Teil der leistungsschwachen Studierenden korrigiert seine Erwartungen kaum, selbst nach mehreren niedrigen Noten.
- Ein Teil der leistungsstarken Studierenden nähert seine Prognosen mit der Zeit dem tatsächlichen Niveau an, wenn sich die eigene Stabilität zeigt.
- Die ungenauesten Vorhersagen gehen gelegentlich mit der höchsten Selbstsicherheit einher.
Wie Studierende ihre Selbsteinschätzung verbessern können
Der Dunning-Kruger-Effekt ist kein Urteil über eine Person, sondern ein Merkmal unseres Denkens. Man kann jedoch lernen, sich realistischer einzuschätzen – und anderen beibringen, es ebenfalls zu tun. Das funktioniert sowohl auf Kursebene als auch im persönlichen Alltag. Was Studierende selbst tun können:- Vor jeder Prüfung ehrlich eine erwartete Note aufschreiben;
- Nach der Rückgabe Prognose und Ergebnis vergleichen und überlegen, warum es dazu kam;
- Mehrere Übungsaufgaben „ohne Spicken“ lösen;
- Schwierige Themen laut oder einer anderen Person erklären – so erkennt man schnell die Lücken.